Reisetagebuch Ecuador-Galapagos 2009

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Reisetagebuch der Freundeskreisreise

Ecuador - Galapagos  Freitag 13.02. - Samstag 7.03.09

EcuadorAmazonienGalapagosHeimreise
Erkundungsreise Amazonien/südl. Anden

Samstag  14. Februar 2009:           Quito: gut eingetroffen !

liebe leute,

nach einem nicht ganz ruhigen flug - der flieger wollte uns wohl auf suedamerikanische strassenverhaeltnisse einstellen - sind wir wohlbehalten und mit allem gepaeck in ecuador eingetroffen.

quito empfing uns mit dem zurzeit ueblichen nachmittagsregen (der allerdings bislang nicht aufgehoert hat). eben sind wir noch auf einen absacker durch die altstadt geschlendert  - hier ist es noch nicht so spaet, aber in d-land schon laengst morgen.. ;-)

dies nur zurkurzen info fuer angehoerige, damit sich niemand sorgen macht.. 
fuer heute sind wir todmuede und morgen geht es frueh raus. 

alles gute und ganz liebe gruesse nach hause

die la palma explorers
 

Sonntag  15. Februar 2009            Quito - Cotopaxi

liebe leute,

nach einem programmvollen tag in quito, an welchem wir zunaechst die koloniale altstadt erkundeten und spaeter zum aequator-denkmal mitad del mundo (mitte der welt fuhren), um uns dort alluebergreifend (bzw. breitbeinig) ueber dem aequator mit einem bein in der noerdlichen und dem anderen in der suedlichen erdhalbkugel zu positionieren und uns mit vielerlei kleinen, nett gemachten experimenten die physikalischen besonderheiten des null-meridians und der koriolis-kraeftemaessigen unterschiede beider hemisphaeren erklaeren zu lassen, verlassen wir heute quito und werden durch das anden-laengstal entlang der ruta de los volcanes (vulkan-route) zum cotopaxi fahren, dem hoechsten aktiven vulkan der welt (5.870 m ueber NN), um dort in hoehen von 4.000 meter eine hoehenakklimatisierungs-wanderung durch den paramo (hoehen-kaeltesteppe) zu unternehmen.
so -  das war jetzt exakt EIN satz..  ;-)  

abends werden wir in einer altehrwuerdig-vornehmen hacienda uebernachten, in der schon alexander von humboldt wohnte auf seiner beruehmten "reise durch die amerikas", bevor es fuer uns morgen weiter zum thermal-badeort baños in der ostabdachung der anden (richtugn amazonien) geht durch streckenweise reines indianerland, wo wir uns dann in den thermen, beheizt vom seit 9 jahren aktiven vulkan tungurahua, ein wenig urlaubsmaessig erholen werden. 

dort werde ich evtl einen weiteren bericht ins netz stellen koennen.
uns geht es gut und wir sind bester dinge und werwartungen - 
auch euch alles gute und ganz liebe gruesse vom aequator, 

thomas
 

Beitrag von Christiane H.  am Di., 17.02.09:   Winterliche Grüße aus Berlin
Hallo Thomas - verfolge mit Interesse Eure Reise und würde auch gerne im warmen Wasser planschen..  Hier ist wieder Winter - im Radio sagte man 13 cm Schnee - sieht wirklich toll aus und auch die Bäume voller Schnee - wie im Urlaub.
Bitte grüße meine Mädels - Sabrina und Renate - Viele Grüße
Christiane

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Donnerstag 19. Februar 2009         Baños -  Amazonien

liebe leute,

inzwischen haben wir ein paar tage "urlaub" in baños hinter uns  - einschliesslich stundenlangem wohlfuehlen in den hoteleigenen thermen. baños heisst soviel wie "bad..", weil es hier vulkangeheizte thermalquellen gibt, und liegt auf 1.800 meter hoehe, so dass wir ein paar tage pause von den hoehen um 3.000 meter hatten. 

gestern liessen wir es uns daher einfach nur gut gehen und schlenderten durch den ort, tranken guarapo, den frisch gepressten zuckerrohrsaft mit schuss, und lernten tagua, das vegetabile elfenbein kennen: eine palm-nuss, die so weiss und hart ist wie elfenbein und auch so verarbeitet wird, rettet allein aufgrund ihrer existenz vielen elefanten das leben.  eine kleine wanderung zum zoo-criadero, wo tiere der region geschuetzt und vermehrt werden, um sie spaeter wieder auszuwildern, brachte uns die heimische tierwelt mitsamt jaguar und puma, condor, aras, verschiedenen affen sowie manchen tieren nahe, von denen wir noch nie etwas gehoert hatten.

abends erlebten wir in einer peña indianische folklore vom feinsten und schwangen auch noch lange das tanzbein dazu..

heute brachte uns ein ausflug die anden-ostabdachung hinunter ins amazonische tiefland, wo wir uns die dortige pflanzenwelt am rio puyo mit einer kleinen wanderung erschlossen und uns in einer art botanischem museum von einer indianerin die medizinpflanzen und traditionen ihres volkes, der shuar (kopfjaeger und schrumpfkopfmacher) erklaeren liessen. keine sorge: unsere koepfe sind wider erwarten alle noch dran.. ;-)

morgen werden wir uns auf den weg wieder hinauf in die hohen anden machen, um dann den hoechsten berg der welt, den chimborazo, zu besteigen. wie: hoechster berg der welt  - war das nicht der mount everest im himalaya..??  richtig -  sofern man es ab meereshoehe misst. aber wenn man die entfernung der bergspitze vom erdmittelpunkt misst, dann ist der chimborazo tatsaechlich um einiges hoeher, da er auf dem aequator sitzt und derselbe einen ganz gehoerigen "bauch" (woelbung) aufweist..  und besteigen tun wir ihn nicht bis zur vergletscherten spitze in 6.310 meter hoehe ueber meerespiegel, sondern "nur" bis auf eine hoehe von 5.000 metern ueber normalnull.. 

doch davon ein andermal mehr. 
bis dahin euch allen alles gute und ganz liebe gruesse noch aus dem milden baños

thomas


Montag 23. Februar 2009             Nariz del Diablo - Guayaquil - Galapagos

liebe leute,                                                                                                     nach oben

nach chimborazo und zugfahrt durch die anden befinden wir uns inzwischen tatsaechlich auf den galapagos-inseln und haben hier auch schon den ersten tag hinter uns gebracht. doch der reihenfolge nach: 

nachdem wir die thermalbad-stadt baños verlassen hatten, naeherten wir uns mit dem bus dem - wie schon erklaert - hochsten berg der welt, dem chimborazo.  ab 4.000 meter lag schnee, auf 4.800 meter war die erdpiste zuende, und wir bereiteten uns in einer berghuette auf die besteigung vor.  wobei wir nicht den gipfel in 6.310 meterhoehe im visier hatten, sondern nur die magische grenze von 5.000 meter ueber meereshoehe. dort erreicht man eine weitere huette: die edgar-whymper-huette, benannt nach dem ersten besteiger (1882) des berges  - und ist damit bereits ueber der hoehe des gipfels des mout everest, gemessen vom mittelpunkt der erde aus (s. voriger artikel).

in der kargen umgebung konnten wir gruppen von vicuñas (wilde lamas) beobachten, auf dem hinweg hatten wir in einem indianerdort meerschweinchen verkostet, und nun kamen wir von den kalten gipfeln herunter nach riobamba, einer stadt in 3.000meter hoehe im andenlaengstal.  von hier aus wollten wir am folgetag den zug besteigen fuer unsere fahrt zur teufelsnase.

wie so oft kam es etwas anders als gedacht:  durch tagelagen regen in den andenhaengen hatten sich massenhaft erdrutsche geloest und nicht nur zwei der vier strassen ins kuestentiefland blockiert, sondern auch die gleise von riobamba nach alausí bei der teufelsnase. doch wir erhielten in der nacht nachricht, dass wir dennoch bei der teufelsnase einen schienenbus besteigen koennten, sofern wir den erdrutsch zunaechst mit dem bus umfuhren und direkt bei alausí einsteigen wollten. so taten wir es  - und konnten dann von alausí aus teils im schienenbus, teils sogar auf dem dach desselben, an der teufelsnase vorbei in die tiefe der andenwestabdachung fahren. 

nachdem der bus uns wieder aufgenommen hatte, bewaeltigten wir in mehrstuendiger fahrt auf abenteuerlicher strecke auch den rest der andenwestabdachung und querten schliesslich das tropisch heisse kuestentiefland durch weite kakao-, zuckerrohr- und bananenplantagen bis nach guayaquil, der groessten hafenstadt des pazifik, die witzigerweise nicht einmal am pazifik liegt, sondern 200 km flussaufwaerst des rio guayas mitten im tiefland. 

wir bezogen unser hotel direkt an der plaza bolívar und unternahmen einen stadtbummel, der uns auch zum neugestalteten malecón, der futuristischen uferpromenade fuehrte, wo wir auf dem ecuadorianischen segelschulschiff "río guayas" mit militaerischem gruss empfangen wurden. 
                                                                                                                      
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am folgetag trennten wir unser gepaeck, liessen den groesseren teil im hotel und begaben uns zum flughafen. ein fast zweistuendiger flug brachte uns in die hauptstadt der galapagos-inseln nach pto. moreno auf der insel san christóbal, die zwar etwas abgelegen liegt, aber sich inzwischen recht huebsch gemacht hat. lang ersehnte trockene milde waerme, blauer himmel und schoenster sonnenschein empfingen uns.. 

hier bezogen wir unser nettes hotel an der uferpromenade und machten uns gleich wieder auf den weg ins hochland der insel, zu einem kratersee inmitten der miconia-zone, einer typischen gruenen galapagos-vegetationszone. eine kleine wanderung fuehrte uns rund um den kratersee, in dessen suesswasser sich fregattvoegel das aufgenommene meersalz aus dem federkleid wuschen.  der abend fand uns froehlich und zufrieden rekelnd auf der dachterrasse des hotels.. 

heute frueh enterten wir unser schnellboot blue fantasy, mit welchem wir die naechsten tage den suedoestlichen archipel unsicher machen wollen.  hinaus ging es in die blaue see, zur isla de lobos, wo wir mitten unter seeloewen und ihren neugierigen suessen babies erste schnorcheluebungen (fuer die meisten teilnehmer) machten.  alle waren begeitert ueber diesen hautnahen kontakt mit den seeloewenkindern, die durch das tuerkisblaue flache wasser um uns herum flitzten und neugierig in die taucherkappen herein schauten.. 

spaeter schnorchelten wir dann schon wie die koenner durch den felsspalt des kickers-rock (oder leon dormido, der schlafende loewe), eine felsformation (vulkanschlot) vor der kueste. wir waren auf alles vorbereitet, aber es ist doch ein etwas unheimliches gefuehl, wenn dann ploetzlich tatsaechlich eine ganze reihe grauer galagagos-haie unter uns hindurch pendeln. dann tauchte eine schule adlerrochen auf, schliesslcih noch einige weissspitzenhaie, bevor wir total begeistert das boot wieder bestiegen..

nachmittags folgte eine kleine wanderung zum wissenschaftlichen interpretationszentrum der insel und zu einem aussichtspunkt in den gruenen haengen der insel, bevor sich dieser tag bei kaffee, bier und leckerem fisch zum ende neigte.

morgen werden wir mit unserer blue fantasy wieder in die weiten des pazifiks hinaus schmettern, nach floreana  - der insel, wo in den dreissiger jahren die deutsche familie wittmer wie die robinsons allein fuss gefasst hat -  bevor wir uebermorgen auf santa cruz im zentrum des archipels eintreffen.  dann gibt es einen weiteren bericht..

bis dahin allen angehoerigen und interessenten alles gute und ganz liebe gruesse aus galapagos

thomas
 

Donnerstag 26. Februar 2009         Galapagos:  Floreana - Santa Cruz

liebe leute,

inzwischen sind wir auf der zentralen insel santa cruz eingetroffen, nachdem wir vorgestern die wittmers auf der insel floreana besucht hatten.  diese kleine, ganz im sueden des galapagos-archipels gelegene insel war in den dreissiger jahren schauplatz einiger mysterioeser begebenheiten, in deren gefolge die ersten siedler, einige deutsche idealisten und eine oestereichische baronin, sich gewollt oder ungewollt soweit dezimierten, dass letztlich die bodenstaendige familie wittmer als erste dauerhafte insulaner uebrig blieb und heute noch dort lebt.  die geschichten um diese vorgaenge sind sehr schoen in dem buch "postlagernd floreana" von margret wittmer festgehalten worden.  heute leben die nachkommen (tochter, enkel und urenkel) vom bewirten der zunehmend eintrudelnden gaeste, was wir in den neunziger jahren mit den wittmers (damals noch mit der inzwischen verstorbenen margret) abgesprochen und "angestossen" hatten und was sich inzwischen offenkundig recht gut entwickelt hat. 

gestern morgen besuchten wir das hochland der insel, wo wir u.a. die alten piratenhoehlen erkundeten, in denen auch wittmers ihre ersten jahre gehaust hatten. beim schnorcheln in der black-beach-bay beobachteten wir dann verschiedene stachel- und adlerrochen sowie zwei gewaltige meeresschildkroeten, die unter wasser verblueffende geschwindigkeiten entwickeln koennen..

am gestrigen mittag stachen wir wieder in see und erreichten nach 2 stunden flotter fahrt die zentrale insel santa cruz, wo wir im bunten, durchaus etwas lebhafteren puerto ayora an der darwin-bay unterkunft nahmen.  abends feierten wir hier feuchtfroehlich mit den einheimischen carneval (dienstag) sowie unser bergfest.  tja -  die haelfte der zeit ist schon wieder rum, obwohl uns die anderthalb wochen an lebensdichte vorkommen wie anderthalb monate..

heute erkundeten wir einen mehrere kilometer langen lava-tunnel und beobachteten die galapagos-riesenschildkroeten in ihrem natuerlichen habitat in freier wildbahn im gruenen hochland der insel.  hier und da fanden wir sie im schatten der straeucher oder beim schlammbad.  da gerade die gruene, vegetationsreiche jahreszeit ist, ist auch gerade fortpflanzungszeit:  ein tiefes roehren brachte uns bald auf die spur von riesenschildkroeten, die partout aufeinander klettern wollten.. 

im augenblick erholt sich die gruppe am weissen puderzuckerstrand der tortuga-bay von den "strapazen" des urlaubs: manchmal sind wir ja fast "neidisch" auf euch, die ihr wohl eher weniger probleme mit solch gravierenden unbequemlichkeiten wie schwitzen bei sonnigen 28 grad und gelegentlichem sonnenbrand habt.  euch tun vermutlich auch nicht die augen weh vom strahlenden sonnenlicht und den geradezu unglaublich intensiven, leuchtenden farben. und ihr muesst auch nicht jeden abend leckeren ciapirinha trinken. ja ja: uns gehts schon unglaublich schlecht.. ;-) 

morgen wirds dann ganz heftig: wir entern unsere huebsche kabinen-motoryacht "floreana", auf der wir wohnen und eine ganze woche im unbewohnten teil des archipels unterwegs sein werden, um dabei die abgelegendsten inseln wie genovesa im nordosten und fernandina im aeussersten westen zu besuchen.  jeden tag werden wir neue fremde gestade anlaufen und landexkursionen unternehmen, um auf darwins spuren die sonderbare tier- und pflanzenwelt der verschiedenen inseln zu erkunden.  auch die unterwasserwelt mit ihren fluoreszierenden rifffischen und herumtollenden seeloewenbabies wird dabei nicht zu kurz kommen, nachdem wir ja nun alle "schnorchelexperten" geworden sind..

allerdings gibt es unterwegs kaum moeglichkeiten fuer internet, nicht einmal handy-umsetzer, so dass sogar eine sms schwierigkeiten haben duerfte, durchzukommen. ich hoffe, von einem kleinen fischerdorf auf isabela noch mal einen gruss absetzen zu koennen. 

bis dahin wuenschen wir euch alles gute (liegt bei euch wirklich noch schnee?!?)
und gruessen euch ganz herzlich aus der fernen ferne

eure la-palma-explorers
 

Montag 2. März 2009                 Galapagos: Kreuzfahrt am Ende der Welt

liebe leute,

nach einigen tagen kreuzfahrt im archipel haben wir die noerdlichen inseln inzwischen besucht und liegen zurzeit vor isabela vor anker, wo ich in dem verschlafenen fischerdorf pto. villamil einen internet-anschluss gefunden habe. 

jeden tag erkunden wir neue inseln:  liegen in idyllischen buchten vor weissen, von seeloewen bevoelkerten straenden, beobachten die nistenden paerchen von masken-, blau- und rotfusstoelpeln, balzende fregattvoegel mit aufgeblasenem rotem kehlsack, gelbe land- und schwarze meer-echsen, die wie urtuemliche drachen mit aufgestellten rueckenkamm zwar wie "der hoelle entstiegen" (so der zufaellige entdecker des archipels, bischoff tomas de berlanga von panama) erscheinen, aber doch voellig friedliche vegetarier sind. auf maerschen durch das gruene hochland und seine dichten guaven- und endemischen sonnenblumenwaelder beobachten wir die riesenschildkroeten und winzigen roten rubintyrannen, auf ausgedehnten schnorchel-tauchgaengen gleiten wir im teils kristallklaren wasser mitten durch ein riesiges aquarium von bunten fischschwaermen und verfolgen rochen, haie und meeresschildkroeten durch die farbige unterwasserwelt. 

die naechsten tage werden wir den aeussersten westen des archipels anlaufen und bis zur abgelegensten insel fernandina vorstossen. erst am donnerstag erreichen wir dann wieder die zivilisation und kehren ans festland zurueck. 

bis dahin senden wir euch sonnige gruesse aus diesem von intensivsten und farbigsten eindruecken sprudelnden rand der welt

thomas
 

Freitag  6. März 2009                Abschluss Galapagos                         nach oben

liebe leute,  

nach einer traumhaften reise in die verstecktesten winkel des galapagos-archipels sind wir soeben zurueck in die zivilisation gekommen  - und haben schon jetzt "entzugserscheinungen"..

die letzten tage stiessen wir bis fernandina vor, der westlichsten u entferntesten insel des archipels, die nur selten angefahren wird. wir beobachteten die groessten meerechsen-kolonien der welt waehrend der nist-periode, in der die meerechsen-weibchen loecher in den strand graben und ihre eier dort ablegen  - nicht ohne sich actionreiche gefechte mit anderen weibchen um die besten legeplaetze zu liefern..

neben den fast allgegenwaertigen seeloewen suchten wir auch die selteneren pelzrobbenkolonien auf und beobachteten stummelfluegelige flugunfaehige kormorane  - die auf den feindfreien inseln beim ausschliesslichen fischen und nisten ihre flugfaehigkeit zugunsten hoeheren gewichts und groesserer behaendigkeit unter wasser verloren haben - beim balztanz. wir schnorchelten mit putzigen pinguinen, die uns unter wasser "fliegend" (sie benutzen ihre fluegel zur fortbewegung unter wasser) neugierig umkreisten  - den noerdlichsten vertretern ihrer art, immerhin am aequator!  und natuerlich erlebten wir eine zuenftige aequator-taufe beim mehrfachen queren des null-meridians, da sich die inseln beiderseits desselben erstrecken. 

bei einem abschliessenden dingi-ausflug in die mangrovendickichte des ufersaums heute frueh konnten wir in dieser kinderstube vieler fischarten neben bruetenden pelikanen auch meeressschildkroeten beim fortpflanzungsgeschaeft, einige junge haie und eine ganze schule von goldrochen beobachten, wie sie majestaetisch unter dem dingi hindurch glitten.

dann schlug entgueltig die stunde des abschieds, und wir wurden an der flughafeninsel baltra an land gebracht. bald brachte uns der frueh-flieger nach guayaquil, zurueck in das brodelnde leben dieser mega-hafenstadt, wo wir wieder im hotel am leguan-platz eincheckten. hier werden wir nun noch den morgigen tag abwarten muessen, bevor wir uns nach einem abschliessenden abschiedsessen am flughafen verabschieden, wenn die gruppe morgen abend nach einer ausserordentlich erfolgreichen expedition nach suedamerika und in die pazifische inselwelt nach europa heim kehrt.

sobald die gruppe morgen abend abgeflogen ist, werde ich eine entsprechende notiz zur information der angehoerigen hier einbringen.  denn ich selber werde nicht mit heim fliegen, sondern einige erkundugen in der region anschliessen, bevor ich anfang april die diesjaehrige cubagruppe in havanna treffe. 

also bis morgen, alles gute und ganz liebe gruesse aus guayaquil,

thomas
 

Samstag  7. März 2009            Heimreise der Gruppe  - 10-JAHRES-JUBILÄUM

liebe leute,

nach einer ganz unbeschreiblich fantastischen und in jeder beziehung gelungenen reise zum aequator und nach den galapagos-inseln ist die gruppe nun  - total begeistert vom erlebten und entsprechend wehmuetig - auf dem heimweg nach europa, wo sie morgen samstag abend eintreffen wird.

gestern abend waren wir in guayaquils altstadtteil las peñas unterwegs gewesen;
heute machten wir noch eine busrundfahrt, bummelten durch die strassen und besuchten die obstbars und cafés, bevor wir unser abschiedsessen an der plaza der gruenen leguane einnahmen und schliesslich die taxis zum flughafen bestellten.

die reise ist nach einhelliger meinung unuebertroffen erfolgreich abgelaufen.  das ist dem anlass nach auch nur angemessen, denn (leider erst) waehrend der reise fiel mir auf, dass diese gruppe eine ideale jubilaeumsgruppe war: VOR EXAKT 10 JAHREN, im februar 1999, war die erste la-palma-explorers-freundeskreisreise gestartet, damals noch unter wikinger-flagge, ebenfalls nach galapagos..!!  darauf haben wir hier natuerlich gebuehrend angestossen  - die caipirinhas sind aber auch was lecker...!!

nun ist die gruppe endgueltig unterwegs nach europa, und ich muss wieder selber auf meine sieben sachen achten:  die zeit des betreuten reisens ist fuer mich mal wieder vorbei..  ;-)

die naechsten tage werde ich eine blitzrundreise durch ecuador hinlegen, um eine weitere reise fuer eine befreundete agentur hier abzusichern.  dann bleibt mir hoffentlich noch etwas zeit, unsere freundeskreisreise nach patagonien im naechsten jahr vor ort vorzubereiten, bevor ich am 4. april die neue cuba-ostergruppe in havanna vom flughafen abhole. 

wer mag, kann also weiterhin auf diesen seiten gelegentlich vorbeischauen  - ich werde ab und zu hier ein lebenszeichen ablegen in form eines kurzen berichts ueber den fortgang der explorationen.

bis dahin alles gute und ganz liebe gruesse noch aus guayaquil

thomas                                                                            
Bericht Blitzrundreise Ecuador
 

Gästebeitrag 8.03.09        Heimflug
Hallo Thomas,
zuerst gab es noch ein bisschen Aufregung am Flughafen- Sabrina und Michael wurden fortwährend ausgerufen- leider konnten wir zuerst nicht verstehen, warum.
Nachdem wir endlich eine englisch sprechende Person gefunden hatten, erfuhren wir, dass beide sich an gate 9 zum Sicherheitscheck des aufgegebenen Gepäcks begeben sollten. Es schien unendlich lang, bis sie wieder erschienen, das boarding hatte schon angefangen- ich sah mich insgeheim schon alleine fliegen- aber es ging doch alles gut.
Der Flieger war pünktlich, der Aufenthalt in Madrid daher sehr relaxt und auch der Anschlussflug nach Düsseldorf hat prima geklappt.
Nun hat uns das nasskalte Deutschland wieder.

Vielen Dank nochmal für die unbeschreiblich schöne Reise !!
Elfriede und Michael

Gästebeitrag 8.03.09        Gute Heimkehr
Lieber Thomas,
nach einem um 30 Minuten verspäteten Start in Madrid sind wir gut in Frankfurt gelandet. Letztlich waren wir um 2.30 Uhr zu Hause in Herzogenaurach.
Da wir noch nicht müde, aber dafür hungrig waren, haben wir Münchner Weisswürste gegessen und Weißbier getrunken. Ein wahres Empfangsmenue nach einer so tollen Reise..
 
Wir möchten uns nochmals bei dir recht herzlich für diese unvergessliche Reise bedanken. Es war sicher nicht die letzte Reise mit dir. Jetzt wünschen wir dir viel Erfolg bei deinen Vorbereitungen für die nächsten Südamerikareisen und einen erfolgreichen Verlauf der Cubareise.
Viele Grüße, Gisela und Wolfgang

Gästebeitrag 8.03.09          Gruß der Heimkehrer
Hi Thomas,  
vielen Dank für alles -
es war die schönste Reise meines Lebens !!
Gruß Hans-Martin

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Freitag  13. März 2009       Erkundungsreise für neues Ecuador-Programm:
                                 Amazonien und südliches Andenhochland

liebe leute,

nach erfolgreichem abschluss meiner erkundungs-blitzrundreise durch ecuador bin ich nun schon wieder in guayaquil und warte hier auf einen flug nach argentinien/feuerland..

die letzte woche verging wie im flug, auch wenn sie mir in der rueckschau wieder mal viel laenger vorkommt: 

nachdem meine nette galapagos-gruppe letzten freitag abend abgeflogen war, hatte ich am samstag schon vormittags alle noetigen erkundungen in guayaquil betreffs neuer mehrwoechiger ecuador-programme (ohne galapagos) abgeschlossen, so dass ich noch am selben nachmittag den bus zum strand nach playas nehmen konnte, um auch dort geeignete unterkuenfte auszuchecken. abends spaet zurueck, nahm ich mir halt schon sonntag einen flug hinauf nach quito ins andenlaengstal, wo ich bei freunden wohnte.

montag frueh checkte ich in quito alle infrage kommenden bueros und sprang mittags in einen bus zu den vulkangeheizten, in einer wahrlich traumhaften open-air-gebirgskulisse liegenden thermalquellen von papallacta in der noerdlichen andenostabdachung, klaerte dortselbst alle unterkunftsfragen und wartete an der landstrasse auf einen weiteren vorbeikommenden bus hinunter ins dampfende amazonische tiefland. abends traf ich nach einer berauschend schoenen fahrt entlang atemberaubender schluchten und spruehender wasserfaelle in tena, der kleinen gemuetlichen "hauptstadt" der amazonasprovinz rio napo ein. 

der folgetag (dienstag) stand ganz im zeichen der erkundung einer gemuetlichen amazonischen lodge und ihrer weiteren umgebung, einschliesslich laengerer einbaum-kanu-fahrten auf wildwasserfuehrenden amazonas-zufluessen und wanderungen durch primaeren (= nie abgeholzten) regenwald  - hier am rande der anden teilweise durch spannende, von hunderten fledermaeusen bewohnte schmale canyons fuehrend.  bei der gelegenheit besuchte ich auch eine siedlung der hier lebenden quichua-indianer, die gerade in der arbeitsform einer minga (alle arbeiten zusammen und feiern hinterher, was das zeug haelt) ein neues schulgebaeude bauten. das material wird von der regierung gestellt, die arbeit muessen die eltern (also alle dorfbewohner) machen. na da beklage sich doch noch mal einer in d-land ueber das selber-streichen-muessen der klassenraeume..    

ich kam wohl gerade recht zum feiern, jedenfalls wurde mir gleich der traditionelle willkommensdrink - selbstgebraute yucca-chicha -  gereicht (genaueres erklaere ich hier jetzt nicht  - meine mitfahrer kennen das rezept..  ;-)

in einer wildtier-rettungsstation arbeiteten eine ganze menge junger internationaler voluntaere daran, aus (z.b.) illegalem tierhandel aufgegriffene wildtiere wieder auszuwildern, was in der realisierung auf ungeahnte probleme stoesst:  so sind die in frage kommenden reviere im allg. von artgenossen besetzt, viele tiere haben auch die selbstversorgung schlicht vergessen. fuer die jungen voluntaere eine durchaus harte, aber ernsthafte und damit (auch wegen der guten zusammenarbeit) freude machende arbeit, wie mir versichert wurde.  (sollte mein toechterchen hier schmoekern:  google dir doch bitte mal "weltwaerts" raus  - genaueres spaeter..)

gestern mittwoch war dann ein hardcore-bus-tag:  erst 5 stunden wieder hinauf in die anden, dann noch mal 6 stunden in den sueden des andenlaengstals nach cuenca, der wohl schoensten stadt ecuadors. (deshalb so viel, weil die zwischenstationen puyo - baños - riobamba (chimborazo) - alausí (zugfahrt teufelsnase)  muss ich nicht erkunden: die kenne ich aus dem ff..).   bis vor kurzem haette diese reise uebrigens unbedingt 2 tage erfordert, aber durch die in den letzten jahren nun doch endlich asfaltierten strassen kann man es jetzt tatsaechlich an einem tag schaffen. 

im bus nach cuenca beobachtete ich per zufall einen taschendieb, wie er einem maedchen das handy klaute.  ich wollte es zuerst gar nicht glauben, hielt ihn fuer einen bekannten des maedchens. erst als er sich flott ins bus-hinterteil entfernte, fragte ich das maedchen, ob ihm in der entsprechenden tasche etwas fehle -  und sie stellte entsetzt fest, dass ihr handy weg war. da der "ratero" auf ansprache alles abstritt, machte ich einen riesen-skandal, was mir bald die unterstuetzung des ganzen busses einbrachte.  da ich den typ auch am aussteigen (also abhauen) hinderte, bis die polizei eintraf, zischte er mir wuetend zu, dass er "eine grosse familie" habe.  ich gab zurueck, dass seine familie nicht unbedingt stolz auf ihn sein moechte, verstand aber die drohung.  schliesslich fand sich das handy exakt an der stelle im bus versteckt, an der er sich bis zum eintreffen der polizei aufgehalten hatte.  er wurde zwar abgefuehrt, aber da wir anderen ohne protokoll problemlos die reise fortsetzen konnten, glaube ich kaum, dass allzuviel daraus folgen wird.. 

natuerlich war der vorfall DAS gespraechsthema auf dem rest der reise, und ich erfuhr neben viel freundlichem schulterklopfen auch viel ueber die gepflogenheiten dieser diebe, die sich in ueberfuellten ueberlandbussen haeufig ausgerechnet die schwaechsten (aermsten!) opfer aussuchen und beklauen und normalerweise laengst ausgestiegen sind, wenn die betroffenen was merken.  noch heute donnerstag in cuenca wurde ich von leuten, die mit im bus gesessen hatten, auf den vorfall angesprochen und haendeschuettelnd bekannten vorgestellt  - gluecklicherweise alles mit positivem vorzeichen, auch wenn ich wg. des hinweises auf die "grosse familie" noch mehr als sonst "rueckschau" hielt..  (bei der gelegenheit: ecuador ist grundsaetzlich ein sehr sicheres reiseland -  was der vorfall und seine ausbleibenden negativen folgen ja eher noch unterstreicht.) 

gegen mittag hatte ich aber auch in cuenca alles, was zu tun war, getan und setzte mich in einen bus nun wieder hinunter ins kuestentiefland. eine wiederum berauschend schoene fahrt zunaechst hinauf in die westliche andenkordillere, gefolgt von einer tollen und rasanten kurverei durch dampfende nebelwaelder hinunter ins tiefland und seine beeindruckenden kuestenurwaelder.  mit dem versinken einer blutroten sonne traf ich erneut im trubeligen guayaquil ein und bezog mein bewaehrtes kleines hotel, in welchem ich nun auch die ganze nacht problemlos internetten kann.. 

ab morgen werde ich mich nun um ein weiterkommen richtung argentinien bemuehen. 
ihr hoert wieder von mir,
bis dahin alles gute und ganz liebe gruesse rund um den erdball noch aus dem kleinen, vielseitigen ecuador

thomas                                                            
Erkundungsreise durch Patagonien März’09

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