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Private Erkundungsfahrt mit Familie nach
Yucatán/Mexico und Belize
im Mai 2016
- Yucatán - Belize - Caye Caulker
Dienstag 17.Mai 2016: MEXIKO: Cancún
liebe leute,
nach den ersten rückmeldungen der guten heimkehr der zweiten cuba-gruppe habe ich nun die nerven, über unsere weiterreise einen kurzen bericht abzusetzen:
tatsächlich haben wir - meine freundin phet, eine thailändische reiseleiterin, und ich - gestern am flughafen in cancún meine tochter thabi und ihren freund felix getroffen und konnten mit allem gepäck unser vorab in der innenstadt von cancún (also abseits der zona hotelera) gebuchtes kleines stadthotel aufsuchen. doch der reihe nach:
noch in havanna unternahmen phet und ich am sonntag eine fahrt im offenen doppeldecker-sighseeing-bus, so dass auch sie die neueren stadtteile havannas kennen lernen konnte. am montag schließlich brachte uns ein gediegenes rotes kabrio-oldtimertaxi (dodge 1959, 10 jahre älter als phet ;) zum flughafen, und wir konnten diesmal relativ pünktlich mit cubana nach mexico starten.
nach wolkenfreiem flug entlang der cubanischen nordküste mit aussichten auf die vorgelagerten cayos und ein kurzes queren des mexikanischen golfs erreichten wir also cancún auf der yucatán-halbinsel: die mexikanische touristenmetropole, nur eine gute flugstunde von havanna entfernt zwischen grünem dschungel und den weißen stränden der riviera maya gelegen.
nachdem uns ein erstes bier schnell wieder mit den realitäten der westlichen welt vertraut machte (preis 5 dollar statt der 2, die wir in havanna für überteuert hielten), warteten wir noch am flughafen die ebenfalls weitgehend pünktliche ankunft meiner tochter samt freund direkt aus d-land ab; ein bus brachte uns in die innenstadt und dann ein taxi zum hotel. hier fiel das abendessen mit tacos, nachos sowie sol-bier kurz aus, da die "kinder" bald dem jetlag zum opfer fielen..
heute morgen besuchten wir jedoch zunächst einen bauernmarkt mit viel lokalkolorit und bestiegen dann den bus zum strand, um nun erst mal lehrgeld zu zahlen: "playa" steht hier nicht für den strand von cancún, sondern für playa del carmen, einen ort gut eine stunde autobahn-busfahrt nach süden entfernt. als wir den fehler bemerkten, konnten wir mitten auf der autobahn aussteigen, einen taxifahrer finden und uns nun tatsächlich zur zona hotelera von cancún bringen lassen, deren keinen meter auslassende riesige 5-sterne-hotelkästen über 30 kilometer länge die wunderschönen weißsandigen strände vor der azurblauen meereskulisse erschließt. ein colectivo-bus brachte uns schließlich wieder in die innenstadt, wo wir den späten nachmittag am pool vertrödelten und schließlich unser gepäck gewissenhaft trennten, denn wir werden nur mit sehr leichtem gepäck weiterreisen und die deponierten sachen erst am letzten tag wieder abholen.
morgen früh geht es nach chichén itzá, der wohl größten und am häufigsten besuchten maya-ruine, bevor wir über valladolid nach tulúm (letzteres wieder an der mexikanischen riviera) weiter reisen, wo wir den strand genießen und unsere weiterreise nach belize vorbereiten wollen.
dazu dann später wieder mehr - bis dahin ganz liebe grüße von uns vier glücklichen reisenden, thomas
Mittwoch 18.Mai 2016: MEXIKO: Chichen Itzá, Valladolid
liebe leute,
heute morgen startete also der öffentliche bus nach chichen itzá pünktlich am busbahnhof und brachte uns binnen 3 stunden durch puren dschungel beidseitig der landstraße zu dieser touristisch sehr erschlossenen alten maya-anlage. obwohl es hier zugeht wie in machupicchu oder angkor wat, verlaufen sich die touristenmassen zwischen den ruinen; zudem ist es nicht mehr erlaubt, diese zu besteigen, was einem immerhin weitgehend publikumsfreie fotos der pyramiden erlaubt.
die ruinen sind sicher sehr schön, es handelt sich aber weder die größte anlage noch die höchste pyramide - auf unserer mundo-maya-tour (guatemala, chiapas und honduras) besichtigen wir also nicht nur mehr, sondern auch noch eindrucksvollere anlagen. zumal die magie des ortes durch hunderte von geschäftstüchtig-aufdringlichen händlern recht nachhaltig gestört ist..
immerhin sehen die reisebus-tagesgäste aus cancún hier eine große maya-pyramide, die mit einem eigenartigen echo erstaunt, und viele kleinere gebäudereste, sowie einen heiligen see (cenote, in den hinein geopfert wurde), eine sogn. sternwarte und einen großen ballspielplatz mit erhaltenen ringen ("toren").
ein taxi brachte uns nach abschluss der erkundungen nach valladolid, einem hübschen kolonialen städtchen ähnlich trinidad/cuba oder antigua/guatemala. nach einchecken in ein sehr niedliches kolonialhotel (mit eigenem pool im patio) unternahmen wir von hier aus noch eine exkursion zu zwei cenotes im umliegenden dschungel: seen in höhlen, meist tropfsteinhöhlen, mit total klarem wasser, die (in diesem fall) von tageslichtlöchern in der höhlendecke geheimnisvoll illuminiert wurden. hier gingen wir zwischen fledermäusen und welsen baden, putzerfische putzten "for free" unsere geplagten füße..
abends schlenderten wir noch etwas durch das gemütliche und relativ preiswerte valladolid, morgen geht es weiter nach tulúm. dann wieder mehr - bis dahin ganz liebe grüße von uns vieren, thomas :)
Freitag 20.Mai 2016: MEXICO: Tulúm
liebe leute,
inzwischen verbringen wir einige tolle tage in tulúm, nahe der wohl schönsten maya-stätte überhaupt: sie liegt traumhaft eingebettet in einige palmenbewachsene klippen direkt über dem azurblauen meer, auf dessen strand unterhalb der stadt ständig weißgekrönte brecher rollen..
wir wohnen hier in einem hübschen palmblattbungalow-strandhotel (mit gemeinschaftsbädern) nahe der ruinen - zum baden ist es jedoch viel zu bewegt: strömung, wind und wellen machen eine gefahrlose wasserbegegnung weitgehend unmöglich.
die ersten spanischen seefahrer, die während einer exkursion von cuba aus diese küste entlang segelten, sahen hier eine belebte stadt mit mauern und türmen, die sie an sevilla erinnerten - da sie sich aber über das empfangsprotokoll (freundlich oder feindlich) nicht im klaren waren, segelten sie vorsichtshalber erstmal einfach weiter..
es handelte sich zwar nur um einen kleineren maya-handelsposten, gleichwohl war er mit allen damals hier üblichen requisiten wie tempeln und palästen ausgerüstet, so dass es heute hier genug zu schauen und zu staunen gibt. da die anlage so viel kleiner ist als chichén itzá, wirkt sie auch bei weniger besuchern schon recht überlaufen - dennoch geht es hier deutlich entspannter zu, da die aufdringlichen händler komplett fehlen. die farben und das licht am meer sowie die magie der recht gut erhaltenenen (und teils restaurierten) bauten machen tulúm innerhalb der maya-tempelwelt zu einem einzigartigen erlebnis..
zuvor hatten wir auf unserer fahrt von valladolid nach tulúm auf einer 100 km langen teils schnurgeraden straße durch den grünen dschungel noch einen abstecher nach cobá gemacht: eine andere - damals viel wichtigere - maya-"großstadt" auf weitläufigem, heute komplett vom dschungel überwachsenen gelände, wo wir auf steiler treppe eine hohe pyramide besteigen und von dort einen prächtigen blick über den schier unendlichen urwald genießen konnten..
heute badeten und schnorchelten wir in einem cenote: das sind diese berühmt-berüchtigten kalksteindecken-einstürze, die den tischflachen urwaldboden durchbrechen und sich mit glasklarem grundwasser gefüllt haben. wir konnten also vom normalen urwaldbodenrand in ein großes tiefes loch mit unterirdischem see springen und dort in die unergründlichen tiefen der höhlen schnorcheln - was wir natürlich nur in sehr vorsichtigem umfang unternahmen.. ;) raus kam man über eine lange holzleiter - alles kein problem, aber einfach toll..!! :)
morgen sind wir noch hier und werden den tag zu gestalten wissen, bevor wir übermorgen nach belize weiter reisen. dann wieder mehr auf diesen seiten - bis dahin ganz liebe grüße von vier begeisterten travellern, thomas :)
Sonntag 22.Mai 2016: BELIZE: Einreise und Kreditkartensprerrung :(
liebe leute, nach oben
nun sind wir in belize eingetroffen. doch der reihe nach:
gestern hatten wir in tulúm noch einen schönen tag am meer: mit einem kleinen aber schnellen boot befuhren wir die salzwasserlagunen südlich von tulúm und beobachteten jede menge seevögel (fregattvögel, pelikane, fischadler etc); sowie dugongs (seekühe - eine zwischenstufe zwischen robben und delfinen: sehen aus wie fette robben, können aber nicht mehr an land gehen), die im flachwasser der lagune aus untermeerischen tieferen cenoten alle paar minuten zum atmen auftauchen; und beobachteten ein einschüchternd großes krokodil, welches sich von uns (bzw. unserem boot) aber noch mehr einschüchtern ließ und bei annäherung blitzschnell davon tauchte. auch ein kleiner alter maya-tempel stand im flachwasser aus zeiten, wo der meerespiegel noch tiefer und das land hier trocken lag, und felix erkannte an der bereits tiefstehenden sonne, dass sie sich anschickte, exakt hinter der öffung des tempels unterzugehen.
heute nahmen wir den recht luxuriösen mexikanischen linienbus zur grenze nach belize, wohin uns eine schnurgerade breite straße binnen 4 stunden durch den merkwürdig niedrigen dschungel der tischflachen, von cenoten zerlöcherten karstlandschaft yucatans (korrekt: quintana róo) führte. die grenze selbst querten wir mit einem taxi, und es war eine kleine nervenprobe, bei der einreise nach belize eine halbe ewigkeit darauf zu warten, ob phets visum anerkannt würde.
wurde es aber schließlich, und so fuhren wir in belize schließlich weiter in einem reichlich altersschwachen und mit den (hier meist schwarzen) einheimischen deutlich überbesetzten bus, bei ohrenbetäubender musik und mit einem coolen rastalocken-teufelsfahrer, der auf der sonst wenig befahrenen schmalen landstraße mit gewagten manövern immer wieder mit zuckerrohr beladene riesenlaster überholte. in orange walk checkten wir in unserem vorbestellten hotel ein - idyllisch gelegen direkt am "krokodilverseuchten" dschungelfluss -, um beim zahlungprozess einen gehörigen schrecken zu bekommen: meine kreditkarte wurde von der sparkasse wg. vermuteter missbräuchlicher verwendung gesperrt, und ich solle doch mal bitte eine bestimmte telefonnummer in berlin anrufen zwecks klärung. was am wochenende und ohne geld hier aber leider nicht machbar ist, und eine ansprechbare mailadresse wurde vorsichtshalber erst gar nicht genannt..
jetzt müssen wir hier wohl - nunmehr große nervenprobe - erst mal abwarten, wie sich diese sache klärt, denn ohne bezahlung wird man uns hier nicht mehr weg lassen, und auf probleme mit polizei mit ganzer familie hab ich keine lust. darüber kann ein urlaub natürlich schnell vergehen - ich kann nur hoffen, dass sich das in berlin schnellstmöglich klären lässt: meine eltern arbeiten daran..
wir werden uns dazu baldmöglichst wieder melden - bis dahin ganz liebe grüße aus dem hübschen, mit viktorianischen holzhäusern bebauten orange walk in nord-belize, thomas :(
Dienstag 24.Mai 2016: BELIZE: Dschungel-Bootstour und Mennoniten, Kreditkartenlösung und Weiterreise liebe leute,
heute konnten wir nach bezahlung der rechnungen in orange walk weiter reisen und befinden uns nun nahe der guatemaltekischen grenze in san ignacio, mitten in den maya mountains. doch wieder der reihe nach:
gestern unternahmen wir eine bootsfahrt auf einem dschungelfluss zu den maya-ruinen von lamanai, die tatsächlich hier - inmitten des von allen kolonialregierungssitzen weit entfernten dschungels - von der alten maya-kultur angeblich bis ca. 1860 (!) bewohnt worden war. die mayas hier gingen dann nach zunehmender räumlicher annäherung staatlicher kolonialinstanzen rüber in das mexikanische yucatán, wo sie sich während des sogn. kastenkrieges 1847 bis 1900 über fast 60 jahre eine regelrechte befreite maya-zone geschaffen hatten.
während der bootsfahrt sahen wir viele wilde urwaldtiere - während meine eltern in berlin zeitgleich versuchten, meine kreditkarten wieder in gang zu bringen durch eine vielzahl von kontakten zu meiner bank. nun ist meine bank allerdings die sparkasse, und evtl. ist diese wohl eher lokal aufgestellte institution nicht der richtige ansprechpartner für derart internationale verwicklungen - jedenfalls dauerte es noch eine weile (genauer: bis heute früh), bis ich wieder an geld kommen konnte. und viele diesbetreffende fragen sind weiterhin offen - unser dank aber gilt den eltern: wie beruhigend, so eine zuverlässige heimatbasis zu haben..!!! :))
mit dem boot landeten wir schließlich in der maya-ausgrabungsstätte von lamanai, wo einige sehr imposante tempel einseitig ausgegraben und restauriert sind, während die andere seite weiterhin vom dschungel überwachsen ist, was einen guten vergleich von auffindungszustand einerseits mit späterer öffentlicher präsentation andererseits ermöglicht. von einer besonders hohen maya-pyramide hatten wir wieder einen fantastischen rundblick über die umgebende dschungelwelt..
nach rückkehr in unser direkt am fluss gelegenens kleines hotel brachte uns der hotelinhaber in seinem landrover zu einer in der nähe befindlichen mennonitensiedlung: hier leben diese (woanders "amish" genannten) leute in selbstgewählter bescheidenheit: vor ihren schmucken häuschen haben sie kutschen stehen, und am späten nachmittag unserer anwesenheit fuhren sie mit diesen vehikeln auch gerade alle umher - von der arbeit oder aus der stadt nach hause, oder was auch immer ihr ziel war..
in einem laden sprachen wir sie an - auf deutsch, da sie angeblich deutsch sprechen. aber mit spanisch kamen wir dann doch weiter (in diesem englischsprachigen land), und sie erklärten uns, dass ihre sprache ein low-german (plattdeutscher dialekt) ist. der schreiner lud uns sogar in seine werkstatt und sein haus ein, wo wir mit seinen 9 (!) kindern schäkerten und schließlich sogar einige fotos machen durften (außer von den frauen, die immer im rechten augenblick ihren kopf senkten und damit ihr gesicht durch ihren breitkrempigen hut verdeckten). die fotos wurden hernach aber von allen am display gern angeschaut, denn so etwas hatten zumindest die kids noch nie gesehen..
die mennoniten dieser gegend sind - wie die von mir schon einmal vor jahren in paraguay besuchten - aus dem preussischen oderbruch über russland nach amerika gekommen, nachdem sie in der sowjetunion der stalinzeit ihre zuvor garantierten religionsfreiheiten verloren hatten. sie lehnen gummi jeder form ab (worauf man ihren kinderreichtum schiebt) und verwenden nur selbsthergestellten strom, nachts aber nur kerosinlampen. keinerlei moderne einrichtungen wie fernseher, computer, handys oder smartphones etc..
diese begegnung war für uns alle enorm spannend und aufschlussreich, insbesondere auch der exkurs des schreiners über die verschiedenen bibelauslegungen in den verschiedenen dörfern der gemeinschaft, was zu gewissen unterschiedlichen ausprägungen der einzelnen menno-ortschaften führt.
heute morgen funxten nun meine kreditkarten wieder (eltern sei dank !!), und wir konnten per öffentlichem bus weiter reisen. in belize-city wechselten wir in den bus nach westen und stiegen später auf einsamer landstraße aus, um den belize-zoo zu besuchen, wo viele der tiere, die es in belize gibt, in relativ artgerechter haltung vorgeführt werden: sie wurden meist durch illegalen tierhandel dem wildbestand entnommen und können nun aus unterschiedlichen gründen nicht so einfach wieder ausgewildert werden - hier sollen sie nun den jungen generationen belizes zu naturliebe und umweltbewusstsein verhelfen.
inzwischen haben wir san igancio nahe der guatemaltekischen grenze erreicht und werden morgen eine erste exkursion in die wälder unternehmen. wir werden uns dazu aktuell wieder melden - bis dahin ganz liebe grüße von uns vieren aus den maya-mountains, thomas :)
Donnerstag 26.Mai 2016: BELIZE: Xibalba - Abenteuer in der Maya-Unterwelt liebe leute,
zwei mal sind wir in den letzten tagen im bergurwald rund um san ignacio in die maya-unterwelt xibalba abgetaucht:
gestern paddelten wir mit kanus einen unterirdischen fluss entlang und bestaunten die in völliger dunkelheit liegenden, nur von unseren stirnlampen beleuchteten bizarren kalksteinformationen. die fahrt war spannend, da wir uns nach kathedralenhohen fledermausumschwirrten hallen gelegentlich im boot auch flach hinlegen mussten, um unter den bis kanpp über das wasser hängenden stalagtiten hindurchmanövrieren zu können. nachmittags gingen thabi und felix mit zwei reisefreunden noch reiten und hatten viel spaß auf ihren gepflegten gäulen beim gepflegten dschungelausritt, während phet und ich sich einige hotels anschauten in hinblick auf etwaige zukünftige belize-programme des freundeskreises.. :)
heute tauchten wir nun tatsächlich ultimativ in die maya-hölle ab: ganz zu fuß folgten wir einem fluss - den wir auf einer anfänglichen wanderung zum einstieg bereits mehrfach im sonnenlicht (mit wasser bis zum bauchnabel) querten - zu einem höhlenschlund, wo der bach rauschend im berg verschwand. schwimmend und kletternd durch spalten und schlote folgten wir seinem lauf immer tiefer in die unterwelt hinein und staunten schon bald über die unglaublichsten und prächtigsten kalksteinformationen, die im schein unserer stirnlampen geheimnisvoll glitzerten. tief drinnen im finsteren berg stießen wir schließlich auf eine über 1.000 jahre alte maya-opferstätte, wo unzählige fein gearbeitete tonkrüge herumlagen, sowie einige bereits von kalksteintropfen regelrecht verglaste und an den untergrund geschweißte skelette von damals (offenbar in großer not: unmittelbar vor der großen und bis heute schwer erklärbaren aufgabe der großen maya-städte im yucatán-tiefland) geopferten menschen vorfanden.
die eindrücke dieser tage verfolgen uns bis in die träume, und wir werden sie wohl nie vergessen. heute abend kochten wir zum zweiten mal mit einigen reisefreunden in der unterkunft, einfach weil es so günstig und kommunikativ ist, umgeben von travellern aus aller herren länder und in allen zur verfügung stehenden sprachen (jeder kann irgendwas, sogar französisch kommt vor).
morgen wollen wir zur küste weiter reisen und ein boot zu den cayes (keys) nehmen, um dort den letzten abschnitt dieser jeden tag neue überraschungen bietenden reise zu gestalten.
dazu dann später wieder mehr, bis dahin ganz liebe grüße von vier begeisterten globetrottern, thomas :)
Samstag 28.Mai 2016: BELIZE: Karibikinsel Caye Caulker - mit Hai-Markierung.. ;) liebe leute, nach oben
zurzeit verbringen wir einige aktiv-geruhsame tage auf dem kleinen korallenriffatollinselchen caye caulker vor der belize-küste. die insel gehört - wie hunderte andere rund herum - zum zweitgrößten korallenriff der welt (nach dem great barrier reef vor australien), welches sich von belize bis honduras erstreckt.
gestern freitag waren wir mit einem expressbus quer durch das land aus san ignacio (im westen an der guatemaltekischen grenze gelegen) nach belize city gefahren (im osten an der karibischen küste gelegen). die schönen ausblicke in die grünen und blühenden berge der maya-mountains wurde nur einmal unterbrochen von dichtem rauch, als wir ein waldbrandgebiet durchfuhren und die firefighter am straßenrand in aktion sahen, bevor der qualm die sicht auf sie (und kurzfristig auch auf die straße) verschluckte.
ein taxiboot brachte uns später aus der nicht sonderlich interessanten ehemaligen hauptstadt belize city durch die blaue see zwischen mangrovenbewachsenen inselchen hindurch zum caye caulker, wo es direkt am strand einige rudimentäre infrastruktur gibt: bunte hostels, laute reggae-bars und kleine agenturen für ausflüge ins riff; alles gelegen an einer sandpiste, die nur von fahrrädern und golfkarren befahren wird (keine autos).
wir checkten in einem kleinen malerischen hostel ein und spazierten die piste entlang bis zum anderen ende der insel, wo wir einen im meer verzischenden sonnenuntergang bei leckerem bratfisch genießen konnten.
heute samstag brachte uns ein boot hinaus zum riff, wo wir mit einer vielzahl kleinerer und größerer bunter fische sowie ganzen gruppen von haien und rochen schnorcheln konnten: die haie tummelten sich wie junge hunde um uns herum und ließen sich ohne scheu streicheln. in einem pulk von haien, die gerade vom boot aus gefüttert wurden, mir von unten gesehen (schnorcheln!) aber ganz harmlos erschienen, verwechselte einer der "jungen hunde" meine hand wohl mit dem ins wasser geworfenen futter und biss einmal herzhaft zu..
er merkte seinen irrtum glücklicherweise sofort und ließ meine hand wieder frei, aber seither trage ich ein muster seines typischen hai-revolvergebisses auf meinen fingern. die blutende hand brachte ich vorsichtshalber gleich raus aus dem wasser (haie stehen ja wohl auf blut) und ließ sie desinfizieren - beim nächsten schnorchelgang war ich aber schon wieder mit dabei.
gut, dass dieser hai relativ kleinteilig daran erinnerte, dass es sich halt doch nicht um zahme junge hunde, sondern um ausgesprochen wilde tiere handelt: morgen früh werden wir bereits um 5:30 uhr aufbrechen, um mit einem speedboot das zwei stunden entfernte "blue hole" zu erreichen und zu betauchen: ein tiefer cenote im umliegenden flachwasser einer einsamen rifflagune. runter ins loch dürfen zwar nur lizensierte taucher (weshalb ich ja neulich auf den philippinen meinen tieftaucherschein gemacht hatte), aber wer keine lizenz hat, kann dort auch schnorcheln. und im loch gibt es halt auch ne menge haie..
ich hoffe, ich kann dazu morgen noch einen eigenen bericht hier absetzen - bis dahin ganz liebe grüße von vier glücklichen (und jeden tag um einige erfahrungen reicheren) travellern, thomas :)
Sonntag 29.Mai 2016: BELIZE: Blue Hole
liebe leute,
yeah - I did it: gerade bin ich wohlbehalten aus dem blue hole wieder aufgetaucht..!! :)
heute früh um 5:30 uhr versammelten sich einige taucher (u.a. ich) und schnorchler (u.a. phet) für ihren tripp zum blue hole (irgendwo mitten in der karibik) am pier von caye caulker. unser equipment hatten wir schon gestern abend angepasst, so dass es nach einem kurzen bufett-frühstück um 6:00 uhr pünktlich los geht.
das schnellboot verlässt bei sonnenaufgang unser heimriff rund um die hiesigen cayes und schmettert hinaus in die offene see, wo eine recht ordentliche dünung in gegenrichtung das boot munter über die wellen hüpfen lässt. nach einer stunde rasanter wellenreiterei erreichen wir das turneff-atoll - was aber nur einige minuten verschnaufpause bedeutet, dann haben wir die flachwasserlagune im koralleninselring gequert und müssen eine weitere stunde wellenhüpfen, bevor das lighhousreef erreicht ist, in dessen lagunenmitte sich das sagenhafte blue hole befindet.
tatsächlich können wir das ca. 300 meter weite kreisrunde blaue loch inmitten der hellgrün schimmernden flachwasserlagune deutlich ausmachen - schon beim ankern umkreist uns ein rudel haie sowie eine unmenge anderer kleinerer und größerer fische. die schnorchler gehen ins wasser und bleiben im flachwasserbereich, während sich die taucher fertig machen für den ersten tauchgang (von dreien) an diesem tag.
rückwärtsrolle ins wasser, sammeln und gemeinsames abtauchen. wir nähern uns dem ca. 130 meter tiefen loch und sehen seine kante - dahinter nur noch blaue tiefe. wir beginnen mit dem abstieg entlang der senkrechten wand: keine korallen, nur algenbewachsener kalkstein mit unzähligen höhlen darin. in diesen höhlen entdecken wir natürlich unmengen von fischen, aber auch große hummer (lobster) und riesige königskrabben (locker ein meter durchmesser). ständig kreisen haie um uns herum und beobachten uns aufmerksam. was sie wohl denken ? was für ein merkwürdiges fresschen da schwimmt - oder wollen sie nur diese exotischen tauchtiere neugierig begutachten ??
auf dreißig metern tiefe erweitert sich die senkrechte wand zu einer aushöhlung mit gewaltigen stalaktiten - man hatte uns erzählt, dass diese stalaktiten aus früheren erdzeitaltern stammen, als diese gegend noch trocken lag. also ehemaliger ozeanboden (kalkstein) hatte sich gehoben und trocken gelegt, später ist er bei ansteigendem meeresspiegel wieder geflutet worden und schließlich untergegangen..
bei 40 metern tiefe ist generell für sporttaucher schluss - hier endet auch gerade die höhlenartige ausbuchtung, und die steilwand verliert sich in den nunmehr schwarzen tiefen. die haie umkreisen uns immer noch..
wir beginnen bald mit dem aufstieg, immer die haie im gefolge. sie kommen zwar recht nahe, aber niemand hat das gefühl, gefährdet zu sein - eher sind alle begeistert über diesen nahen kontakt mit den angeblichen meeresungeheuern. es handelt sich durchweg um blau- und grauhaie..
bevor wir wieder an bord gehen, holen ein älterer teilnehmer und seine mittauchende erwachsene tochter eine plastiktüte mit asche hervor, die sie etwas abseits im wasser auslassen: die ehefrau/mutter war als begeisterte taucherin bei einem tauchunfall ums leben gekommen. da es ihr größter, zu lebzeiten unerfüllt gebliebener wunsch gewesen war, das blue hole zu betauchen, erfüllt ihre familie ihr heute diesen wunsch - es treibt uns anderen die tränen in die augen..
zurück an bord werden die erlebnisse ausgetauscht, während das boot eine der nahen riffinseln anfährt. am bilderbuchartigen half-moon-caye tauchen wir beim zweiten tauchgang entlang einer dramatischen steilwand, die von bunten korallen und beeindruckenden riesenschwämmen nur so übersät ist. wieder begleiten uns haie und unzählige andere schwimmende und krabbelnde kreaturen durch diese bizarre unterwasserwelt..
auf der robinsoninsel, die nur von einigen kokosnusspalmen bewachsen ist, gibt es nun lunch und einen spaziergang zu einer vogelbeobachtungsstation: hier nistet eine kolonie fregattvögel in den zweigen der mangroven, und die flauschigen küken warten - sich laut beschwerend - auf die rückkehr der elten..
ein dritter tauchgang bei long caye schließt sich an, wo wir unter anderem eine karettschildkröte bei der futtersuche beobachten und dabei feststellen, dass sie einen sender auf dem rücken trägt, womit sie ihre bewegungsdaten und -profile per satellit exemplarisch an eine beobachtungsstation übermittelt. hier gibt es keine haie - heute sind wir also ganz ohne direkten kontakt zu den eleganten viechern ausgekommen..
die rückfahrt verläuft ähnlich rasant wie die hinfahrt, nur dass wir jetzt MIT dem wind unterwegs sind, was die fahrtzeit etwas verkürzt. als wir auf caye caulker thabi und felix wieder treffen (die sich heute ihren letzten "ruhigen" tag mit jetski-fahren nahmen), können wir uns gegenseitig von unseren erlebnissen berichten und zum unproblematischen ausgang der ausflüge beglückwünschen.
damit ist unser zweiwöchiges abenteuerprogramm durch - ab morgen befinden wir uns auf der heimreise: - die "kinder" fahren morgen früh mit dem schnellboot zurück nach belize city und fliegen von dort zunächst nach cancún, dann via madrid nach berlin, wo sie am 31.mai eintreffen, - während wir "alten" morgen früh das schnellboot weiter nach norden zur nachbarinsel ambergris nehmen und von dort weiter nach corozal und nach mexico/cancún nehmen, um am 2.juni in berlin aufzuschlagen. vielleicht gibt es nach rückkehr hier noch mal einen eintrag über glückliche heimkehr - bis dahin danken wir allen mitlesern für ihr interesse und grüßen noch einmal aus den tropen des zentralen amerikas, thomas :)
Dienstaga 31.Mai 2016: MEXICO: Rückkehr nach Cancún
liebe leute,
soeben erhalte ich nachricht von meiner tochter, dass sie gut in berlin eingetroffen sind. während wir heute immerhin schon mal wieder gut cancún erreicht haben..
gestern montag früh verabschiedeten wir thabi und felix am pier des schnellboots nach belize city, von wo sie mit einem kleinen propellerflieger nach cancún und von dort über madrid nach berlin heim flogen.
phet und ich checkten derweil auf caye caulker vormittags noch ein paar hotels, die womöglich für gruppen in frage kommen könnten, und nahmen das mittagsboot nach ambergris, der touristisch sehr viel entwickelteren (und teureren) nachbarinsel. der hauptort san predro hat keinerlei charme, so dass wir das nächstbeste boot nach corozal nahe der mexikanischen grenze nahmen - 2 stunden überfahrt, einchecken in ein ziemlich runtergekommenes hotel und suchen nach restaurant. nix offen - aber eine unglaublich schäbige bar im stil der latino-60'er jahre hat offen: hier gibts gutes einheimisches essen zu äußerst günstigen einheimischen preisen. man vergnügt sich abends mit karaoke, also populäre lieder nachsingen - phet rockt den laden, als sie ein thailied singt..
heute dienstag früh zum busbahnhof und mit dem nächsten bus über die grenze nach mexico/chetumal, von dort mit einem modernen expressbus in 6 stunden die ganze yucatán-küste hinauf und vorbei an tulúm bis nach cancún, wo wir in unserem alten hotel einchecken, unser dort deponiertes gepäck abholen und gleich in derselben bar wie neulich zu abend essen. ach ja: unterwegs gab es einen unfreiwilligen stopp in einem stau, der sich bildete, als ein fahrzeug mitten auf der straße aus welchem grund auch immer komplett ausbrannte und dabei auch den ausgedörrten seitenstreifen mit wald in brand setzte..
morgen mittwoch werden wir den vorsichtshalber eingeplanten puffertag noch zu gestalten wissen (baden im meer z.b.), bevor wir abends den flieger nach europa besteigen und dann am donnerstag abend in berlin aufschlagen werden, sofern alles gut geht.
damit ist der urlaub endgültig vorbei - in einer woche werden wir schon in la palma sein und dort den sommer verbringen. ganz liebe grüße derweil noch aus yucatán, thomas :)
Freitag 3.Juni 2016: Heimreise
liebe leute,
wir sind wieder in berlin - alle flüge verliefen weitgehend pünktlich.
nun steht die arbeit des aufarbeitens an: fotos sortieren sowie infos erfassen und verarbeiten, damit sie mir für folgereisen - evtl. sogar im freundeskreis - behilflich sein können. z.b. könnte ich mir eine mundo-maya-tour auch mit belize-abschluss vorstellen..
dienstag geht es weiter nach la palma, wo phet und ich den sommer verbringen werden und ich die zeit für die vorbereitung kommender gruppenreisen nutzen muss: im oktober findet die domrep-reise statt, direkt danach im november die mundo-maya-tour durch guatemala, chiapas (mexico) und honduras.
da gibt es dann auch hier wieder einträge - bis dahin wünsche ich allen mitlesern einen wunderschönen sommer, ganz liebe grüße zurzeit aus berlin, thomas :) nach oben
Fortsetzung: nach unserem La-Palma-Sommer 2016 erkunden wir zunächst eine Vietnam-Laos-Reise: per Boot den Nam Ou Fluss hinunter
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