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Reisetagebuch unserer
Jubiläums-Freundeskreisreise Ecuador
Samstag 10.10. - Sonntag 25.10.09
Amazonien; Chimborazo; Pazifik; Rückflug
Mo. 12.12.09 Ankunft Quito
liebe leute,
hier eine erste meldung aus quito, ecuador:
unsere "jubilaeumsgruppe" ist puenktlich und vollzaehlig, einschl saemtl gepaeck, heute frueh in der ecuadorianischen hauptstadt quito, hoch in den anden auf 2.800 meter hoehe ueber meeresspiegel gelgen, eingetroffen. ich selbst war schon gestern angereist, hatte den bus besorgt und konnte so unsere gruppe gut vorbereitet heute am flughafen in empfang nehmen.
nachdem wir im kolonialen altstadtkern in unserem heimeligen hotel mit fantastischem blick ueber die stadt eingecheckt und ein zweites fruehstueck genossen hatten, unternahmen wir frisch gestaerkt einen ersten stadtbummel: heute sonntag ist die altstadt traditionell verkehrsberuhigt, also die ganze innenstadt eine einzige grosse fussgaengerzone. wir bummelten durch die renovierten und aufgrund einiger feiertage festlich geschmueckten altstadtgassen; lauschten den vielen musikgruppen, die auf den plazas aufspielten; besuchten verschiedene goldschwangere kirchen der "kloster suedamerikas" genannten stadt und verkosteten die einmalig leckeren fruchtsaefte, die ecuador jedem reisenden zu bieten hat.
spaeter enterten wir wieder unseren bus und fuhren 30 km nach norden zum aequator-denkmal "mitad del mundo", wo 1736 die franzoesische condamine-expedition zum ersten mal den aequator definiert hat. verschiedene experimente zu den themen aequator und ansaessige ureinwohner verklarten uns die tatsache, dass wir uns hier unmittelbar auf der linie befinden, die die erde in zwei hemisphaeren teilt. (der name ecuador ist das spanische wort fuer aequator).
nach bald 30 stunden auf den beinen, mit kleinen roten augen, namen wir schliesslich unser abendessen in der erzbischoeflichen residenz ein, bevor jetzt die gaeste dankbar die kojen aufsuchten: es ist hier noch nicht wirklich spaet (21:30), aber nach deutscher (biologischer) zeit eben laengst schon wieder morgen frueh..
sobald hier die sonne aufgeht, sind wir auch schon wieder auf den beinen: morgen werden wir quito auf der panamericana-strasse richtung sueden verlassen und bald den hoechsten aktiven vulkan der erde aufsuchen: den mit 5.897 meter hoechsten gipfel der ostkordillere, den perfekt geformten und mit einer wunderschoenen schneekuppe gekroenten cotopaxi, schnee- und goetterberg der einheimischen indianer. an seinen haengen werden wir eine mehrstuendige wanderung durch den kargen paramo unternehmen, die oberhalb der baumgrenze befindliche hartgrassteppe, in der noch heute wildpferdeherden umher ziehen und bergloewen (pumas) sowie riesige anden-kondore patroullieren.
die teilnehmer sind bester dinge und blicken voll gespannter erwartung auf die abenteuer, die uns hier erwarten. in kuerze werden wir auf diesen seiten wieder darueber berichten.
bis dahin gruessen wir alle daheimgebliebenen ganz herzlich i.a. thomas
Mo. 12.10.09 Ecuador
Hallo Thomas, da kommt doch glatt Wehmut auf und die schönen Erinnerungen an die Reise im Frühjahr. Euch viel Spaß weiterhin, trinkt ein paar Säfte für mich mit. Liebe Grüße Elfriede
Mo. 12.10.09 Südamerika Fernweg..
Hallo Thomas, da kommen die 'alten' Erinnerungen wieder hoch...Mein erster Maulbeersaft :-). Ich weiss das es dort keine feste Jahreszeit gibt aber wie ist denn das Wetter aktuell dort wenn es bei uns in good old Germany grau in grau ist. Einen gruß auf diese weise an alle die dieses Jahr im Februar mit uns unterwegs waren, schöne grüße auch an Juanito wenn er wieder der Fahrer sein sollte. Michael Baumann
Di. 13.10.09 Cotopaxi - Thermen von Papallacta
dienstag 13.10.09
liebe leute,
bevor wir uns nach amazonien in regionen ohne internetzugang verabschieden, hier noch ein kurzer gruss aus den anden:
gestern montag absolvierten wir unsere erste anden-hochgebirgs-wanderung bei eher maessigem wetter - unterhalb des cotopaxi-gipfels durch paramo vom feinsten (das ist die hiesige tundraartige hochgebirgs-vegetation), aber der goetterberg wollte uns sein gesicht nicht zeigen: nur gelegetnliche ahnungen vom gipfel durch die treibenden wolkenmassen waren uns vergoennt..
abends checkten wir in der altehrwuerdigen hacienda la cienega ein, dem alten gutsbesitz einer familie, die bereits zwei praesidenten ecuadors stellte und wo auch alexander von humboldt waehrend seiner "reise durch das tropische amerika" beherrbergt wurde. nebenbei gilt die hacienda als ecuadors authentischstes spuk-schloss..
heute frueh hatten wir nun bei sonnenschein den verdienten freien blick auf den cotopaxi. zudem besichtigten wir eine der hacienda angeschlossene rosenzucht: hier werden mit viel sorgfalt die schnittblumen produziert, die spaeter auf amerikanischen, europaeischen und russischen maerkten verkauft werden. eine wirksame einnahmequelle fuer die grossgrundbesitzer - aber eine arge landverschwendung, wenn man bedenkt, dass die indianischen bauern, die die lebensmittel fuer die bevoelkerung produzieren sollen, fuer diese schnittblumenzucht in die unwirtlichen anden-steilhaenge oberhalb 3.000 meter abgedraengt werden.
vormittags reisten wir durch fantastische hochgebirgs-paramo-regionen ueber einen auf 4.100 meter gelegenen pass der ostkordillere, um dann an der anden-ostabdachung in "nur" noch 3.200 metern hoehe die uneingeschraenkt grossartigen thermen von papallacta zu besuchen. wir checkten mittags im angeschlossenen first-class-hotel ein und genossen diese "schoensten thermen amerikas" den ganzen restlichen tag in vollen zuegen. die heisswasserquellen, beheizt vom nahen antisana-vulkan, speisen eine ganze baederlandschaft, und auch direkt vor unseren zimmern waren heisswasserpools in einen traumhaften tropischen garten integriert. entspannung pur !!
morgen werden wir sehr frueh aufbrechen und die ostabdachung nach amazonien ueberwinden, um unsere urwaldlodge am rio napo, einem der wichtigsten amazonas-zufluesse, zu erreichen. dort gibt es keine internet-verbindung, wir hoeren uns danach wieder.
bis dahin alles gute und ganz liebe gruesse aus papallacta
thomas
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Sa. 17.10.09 Amazonien
liebe leute,
den letzten beitrag aus papallacta vom dienstag abend konnte ich nicht mehr aktivieren, da genau im unrechten augenblick ein ordentliches gewitter ueber dem gebiet die internetverbindung des hotels kappte. so habe ich den beitrag eben erst posten koennen - siehe unten.
inzwischen sind wir aus amazonien wieder aufgetaucht und in baños eingetroffen, wo wir uns von unserem urwaldabenteuer erholen wollen:
die lodge am rio napo lag in einer steilwand hoch ueber dem fluss, so dass wir eine absolut fantastische sicht ueber den dampfenden urwald und die unter uns durchrauschende flussbiegung hatten. eine ganz einmalige sache, hat man in einer urwaldlodge - tief im wald - doch meist nur die erste reihe baeume vor augen..
wanderungen mit unserem indianischen guide fuehrten uns den u.a. medizinischen reichtum dieser voellig faelschlich "gruene hoelle" apostrophierten urlandschaft vor augen - "gruene apotheke" wuerde den tatsachen eher gerecht.
mit lastwagenreifenschlaeuchen, zu einem floss zusammen gebunden, rafteten wir durch stromschnellen und besuchten eine quichua-indianerfamilie.
eine motorkanu-fahrt tief hinein in den dschungel brachte uns zum amaZOOnico-wildtier-reservat, einer stiftung, die gewilderte und dann polizeilich beschlagnahmte wildtiere auf ihre wiederauswilderung vorbereitet. so bekamen wir jede menge papageien, aras, affen, ja sogar wasserschweine und pekaris zu sehen..
heute frueh verliessen wir amazonien und machten uns wieder die andenostabdachung hinauf. unterwegs lernten wir in einer balsaholz-manufaktur, wie aus dem leichten balsaholz die hier viel gehandelten tierfiguren entstehen. im tiefen einschnittstal des rio pastaza, eines anderen wichtigen amazonas-zuflusses, besuchten wir den "teufelskessel", wo der rio pastaza mit unvorstellbarem getoese eine gefaellstufe herabstuerzt. mit einer seilbahn gondelten wir ueber den fluss zum "brautschleier"-wasserfall - eine riesen-gaudi..
inzwischen sind wir in baños eingetroffen und haben unsere bergwald-lodge bezogen. ein erster stadtbummel liegt hinter uns, die gruppe entspannt sich in den hoteleigenen thermen, und ich versuche, das reisetagebuch aktuell zu halten..
zwei tage werden wir uns hier im angenehmen klima auf 1.800 meter hoehe vom urwald erholen, bevor wir am sonntag zum chimborazo, dem hoechsten - nicht aktiven - vulkan der erde aufbrechen.
bis dahin wuenschen wir euch alles gute, ganz liebe gruesse aus baños
thomas
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Do. 22.10.09 Chimborazo - Cuenca - Pazifik
liebe leute,
ein paar tage konnten wir uns nicht melden, da die internetverbindungen nicht so machen wie sie sollen, und ich nun statt an meinem mitgebrachten netbook doch lieber wieder im internetcafé arbeite..
inzwischen sind wir nach einigen weiteren tagen in den hohen anden an der kueste eingetroffen, wo wir nach unseren abenteuern ein paar tage entspannen wollen.
aber der reihe nach: nachdem wir in baños ein angemessenes und angemessen feuchtfroehliches bergfest in einer peña (indianische folklore-kneipe) gefeiert und die gemuetlichen cafés, z.t. auch wanderungen in die umgebung, genossen und die stadt wieder verlassen hatten, bestiegen wir frisch gestaerkt den 6.310 meter hohen chimborazo, den hoechsten (nicht aktiven) vulkan der welt, in der anden-westkordillere. na gut: wir bestiegen in nicht wirklich, jedenfalls nicht bis zur spitze, sondern nur bis 5.000 meter hoehe ueber meerespiegel. was als wanderung in dieser hoehe aber auch schon eine ganz schoene leistung ist, gelle.. ;-) bevor die hoehenkrankheit richtig zuschlagen konnte, waren wir schon wieder am abstieg und uebernachteten im auf 3.000 meter hoehe gelegenen riobamba.
am folgetag stand eine lange strecke durchs andenlaengstal nach cuenca an, einer schoenen stadt im suedlichen ecuador. unterwegs besuchten wir die alte inkafestung ingapirca und liessen uns dort die verschiedenen baustile und philosophien sowohl der inkas wie der vorgaengerkultur (und heute noch hier ansaessigen) cañari erklaeren.
in cuenca begeisterte uns die schoene stadt mit ihren kolonialen und republikanischen baustilen und gassen sowie das ruhig fliessende leben der einheimischen. in einer hut-manufaktur lernten wir den produktionsprozess der sogn. panama-huete kennen, die in wahrheit seit eh und je in ecuador gefertigt werden und nur ueber panama exportiert wurden, so dass sie der uebrigen welt als von dort kommend erschienen. seither laufen einige von uns "gut behuetet" durch die gegend.. ;-)
heute nun verliessen wir bei strahlendem sonnenschein die sierra, querten die westkordillere ueber einen 4.100 meter hohen pass und rauschten die gesamte anden-westabdachung hinab ins dampfende kuestentiefland, flach wie tisch und von riesigen plantagen - bananen, kakao, zuckerrohr, reis etc.. - durchzogen. hier bei playas erreichten wir den pazifischen ozean, in der zurzeit herrschenden relativ kuehlen trockenzeit (die uns immerhin die sonst vorherrschende schwuele hitze erspart). hier wohnen wir direkt am ewig langen strand und koennen uns ganz praechtig erholen..
morgen wollen wir einen ausflug auf die "vogelinsel" machen, ein geschuetztes mangrovenbestandenes vogelparadies in der muendung des rio guayas. die uebrige zeit verbleibt der entspannung, bevor es freitag zur letzten station unserer reise nach guayaquil geht.
wir melden uns dann noch mal - bis dahin alles gute und ganz liebe gruesse vom pazifikstrand
thomas
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Fr. 23.10.09 Vogelinsel - Guayaquil
liebe leute,
nach ein paar abschließenden tagen an den langen pazifikstränden von playas sind wir in der größten ecuadorianischen hafenstadt guayaquil eingetroffen: im hiesigen hotel funxt nun endlich auch mein netbook, so dass ich euch die umständlichen umlaute ue etc ersparen kann.. :)
gestern hatten wir einen wunderschönen abschlusstag mit quasi galapagos-aussichten: eine mehrstündige bootsfahrt durch die mangroven- und inselwelt der guayas-mündung brachte uns zur isla de pájaros, einer geschützten vogelinsel, wo tausende (!) von fregattvögeln nisten und die männchen beim balzen ihre berühmten roten kehlkopfsäcke aufblasen. wir liefen staunend, ja ungläubig ob der geradezu galapagenisch anmutenden völligen angstfreiheit der tiere durch die riesige kolonie der in den salzmangroven auf augenhöhe nistenden vögel, die teils schon ihre neugierig in die welt schauenden flauschigen küken fütterten.
während der fahrten durch die mangrovensümpfe begegneten uns zudem viele andere vogelarten wie reiher, kormorane und löffler, und mehrfach kreuzten delfine neugierig unseren kurs. ein deftiges langusten-mittagsmahl rundete diesen tagesteil schließlich angemessen ab.
nachmittags genossen wir die ruhe unseres strandhotels, denn die strände von playas werden nur am wochenende bzw in den ferien richtig voll. so konnten wir nach lust und laune die installationen der lodge einschließlich massagen und sauna exklusiv nutzen, in den wellen toben oder kilometerlange strandspaziergänge absolvieren, je nach gusto..
heute früh fuhren wir dann also nach guayaquil zur letzten station unserer reise, wo wir inzwischen einen stadtbummel absolvierten und heute abend unser abschiedsfest feiern, denn morgen geht dieser unglaublich vielseitige und erlebnisreiche urlaub nun unwiderruflich zu ende: früh um 7:00 uhr hebt der flieger mit der gruppe ab gen europa, wo er sonntag eintrifft. ich werde hier noch eine kurze meldung posten, sobald die gruppe gut auf den weg gekommen ist.
zunächst aber grüßt euch die ganze gruppe noch ganz herzlich aus der südlichen hemisphäre, wir hören voneinander, bis dahin alles gute
thomas
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Sa. 24.10.09 Rückflug
liebe leute,
zurzeit befindet sich die gruppe auf dem rückflug nach europa. sie ist heute samstag morgen pünktlich und überaus zufrieden von einem gut organisierten flughafen in guayaquil abgereist und wird morgen sonntag in d-land eintreffen.
gestern abend hatten wir noch nach einem abschließenden gemütlichen bummel über guayaquils gelungene neue uferpromenade "malecon 2000" und den für ganz amerika vorbildlich sanierten altstadthügel "las penas" im ältesten noch existierenden holz-stadthaus direkt am ufer des träge dahinfließenden rio guayas ein excellentes abschiedsessen bei livemusik und leckeren caipirinhas (und teils fröhlichem tanz) genossen..
alle teilnehmer sind total begeistert von ecuadors vielfältiger natur und reicher kultur, von land und leuten, sowie natürlich auch von organisation und durchführung der reise: alles hat prima und programmgemäß geklappt, was ja nicht unbedingt selbstverständlich ist in diesem teil der welt.
wir können also mit stolz und allem recht behaupten: die reise war wieder ein VOLLER RIESEN SUPER ERFOLG, die wunderschöne eindrücke und erinnerungen fürs leben (und tausende fantastischer, einmaliger fotos) generiert hat !!
ich selber werde nun noch einige zeit in der region verbleiben und die nächstjährigen expeditionen nach peru/bolivien und nach patagonien/feuerland vorbereiten. wer mag, kann mich dabei gern virtuell begleiten, da ich auch weiterhin dann und wann berichte über den fortgang der erkundungen hier einstellen werde. erst ca. im dezember werde auch ich nach europa heimkehren..
wir hören voneinander, bis dahin alles gute und ganz liebe grüße noch aus guayaquil
thomas
Fortsetzung Erkundung Peru-Bolivien - Chile etc.. nach oben
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