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von Thomas Sylten:
Jugend - politisches Engagement - La Palma - Update 2008 - 2015 - 2026
Kindheit: Am 9. Dezember 1956 im damaligen West-Berlin als Sohn von Heidi und Walter Sylten geboren, wuchs ich mit meinen zwei Geschwistern Simone und Tilmar im grünen Stadtteil Zehlendorf auf. Schon unsere Eltern unternahmen jährlich in den Sommerferien mit uns Kindern Reisen in verschiedene Länder Europas. Ein Schulaufenthalt am deutschen Gymnasium “Alman Lısesi” in Istanbul weckte meine Sehnsucht nach der Ferne und das Interesse am Verständnis fremder Kulturen.
Ausbildung: Das Gymnasium in Berlin verließ ich nach der 10. Klasse wg. „akuter Schul-Aversion“, wollte aber anschließend ausgerechnet Lehrer werden – wohl um denen mal zu zeigen, wie man mit schwer motivierbaren Schülern wie mir umgeht. Um die dafür nötige allgemeine Hochschulreife nachzuholen, machte ich zunächst eine Ausbildung im Verwaltungswesen und ging anschließend als Kommissars-Anwärter des gehobenen Dienstes auf die Polizeihochschule, wo ich höchst interessante Erfahrungen bei uniformierter und Kriminalpolizei - vor allem bei Drogenfahndung und Aufstandsbekämpfung - sammelte.
Die damals heftigen Auseinandersetzungen um Atomkraftwerke wie Brokdorf und Wackersdorf weckten mein politisches Interesse - und mit der Erkenntnis, dass der von nur einer Generation produzierte Atommüll ein quasi ewiges Problem für alle nachfolgenden Generationen darstellt, wuchs in mir der Wunsch, mich auf die “richtige Seite des Schlagstocks” zu stellen. So kündigte ich den Beamtenstatus nach Erlangen der Allgemeinen Hochschulreife tatsächlich und ließ mich umgehend für das erstrebte Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule immatrikulieren, wo ich die Fächer Biologie und Geschichte belegte. Das Studium verdiente ich mir nun wie so viele Studenten als Taxifahrer..
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umweltpolitisches Engagement: Es war Ende der 70’iger Jahre eine innenpolitisch bewegte Zeit, als junge Leute mit ihrem Appell gegen zunehmende Umweltverschmutzung und damit einhergehende Zerstörung der allgemeinen Lebensgrundlagen von den etablierten Parteien zunächst nicht gebührend wahrgenommen wurden und sich bundesweit alternative und grüne Wahlbündnisse aufstellten. Ich engagierte mich im Basisgruppen-ASTA der PH Berlin und arbeitete von Anfang an in der West-Berliner Alternativen Liste mit, die ein Jahrzehnt später im Zusammenhang mit der Wende zum Berliner Landesverband von Bündnis’90/Die Grünen wurde.
Haus-Instandbesetzer: Zunächst aber wurden die Zeiten wilder: Die Hausbesetzer-Bewegung machte in den 80’ern die marode Westberliner Stadt- und Sozialpolitik erfolgreich zum Thema und erzwang schließlich ein (leider nicht überall nachhaltiges) Umdenken in Bau- und Klientel-Politik. Nach der Instand-Besetzung einiger bedrohter wertvoller alter Häuser konnten wir sogar im gutbürgerlichen Zehlendorf einen erstaunlichen Rückhalt in der Bevölkerung erreichen und so z.B. ein vom Abriss bedrohtes Brauereigelände in ein heute unter Denkmalschutz stehendes Kultur- und Ausbildungsprojekt verwandeln.
eigene Familie: Nach Abklingen der (illegalen) Not-Aktionen gegen (ebenso illegale) Bau-Spekulationen vertrat ich meine politischen Ansichten (nun wieder ganz legal) als Stadtverordneter für die AL in meinem Heimatbezirk Zehlendorf. In dieser Zeit lernte ich meine spätere Frau kennen, die zwei kleine Töchter mit in die Beziehung brachte und mich so von einem Tag zum anderen vom Sponti zum Familienpapa beförderte.
Damit war an eine Wiederaufnahme des Studiums vorerst nicht zu denken. Gerade hatte ich aber eine Fahrlehrerausbildung erfolgreich abgeschlossen und rutschte hier in einen so netten Kreis von Kollegen, dass ich das weitere Lehramtsstudium nun nicht mehr vermisste.
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La Palma: Während der Heizperiode regelmäßig auftretende Atembeschwerden der Kinder („Pseudokrupp“) ließen meine Frau und mich nach einer grundsätzlichen Veränderung unserer Lebenssituation suchen. Nach meiner überstandenen Lungenentzündung reifte während eines Besuchs auf der Kanareninsel La Palma in uns allen die Idee, komplett auszuwandern. 1990 wurde unsere gemeinsame Tochter Thabata (Thabi) geboren, und noch während des Erziehungsurlaubs trekkten wir mit 2 Wohnwagen und allem beweglichen Hab und Gut quer durch Europa und ab Cadiz per Schiff auf die Insel.
Das erste Jahr war nur probeweise angelegt, mit Rückkehrmöglichkeit in unsere angestammten Berufe und die Schule. Aber während dieses Jahres entwickelte sich hier alles so positiv, dass schließlich keiner mehr zurück nach Deutschland wollte. So konnte ich auf der grünen Insel schnell als Reiseleiter und Wanderführer Fuß fassen und übernahm zunächst für die Firma WIKINGER-REISEN die Wandergruppen auf La Palma. Wir bauten ein Haus auf unserer Finca; die Kinder wuchsen zweisprachig auf und integrierten sich prächtig.
Krise: Nun gilt ja in jedem Film “Beim Häppi-End wird abjeblendt”, nicht jedoch im wahren Leben: Ende der 90’iger Jahre zerbrach unsere Idylle, Trennung und Scheidung folgten. Die großen Kinder beendeten zwar noch die Schule auf La Palma, studieren heute aber in Berlin, wo auch ihre Mutter wieder lebt. Meine „kleine“ Tochter wohnt zwar ebenfalls bei der Mama, besucht mich aber so oft es geht in den Ferien und ist trotz allem im Herzen eine richtige kleine Palmera..
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Update (2008): Nun – und ich habe nach Lebenskrise und Reifungsprozess auch das Beste draus gemacht: Auf vielen spannenden Reisen in den lateinamerikanischen Raum entwickelte ich mit großem Engagement erlebnispralle Gruppenprogramme, die ich im Rahmen der La Palma Explorers heute einem stetig wachsenden Freundeskreis anbieten kann. Diese Reisen führen mich zum Abholen der Gruppen oft nach Deutschland, wo ich dann neben Familie und Freunden auch mein Töchterchen treffen kann. Manchmal kann sie mich sogar begleiten - dann hat sie mal was von ihrem Papa, den sie sonst so selten sieht..
Nach wie vor leite ich mit viel Freude auch die La Palma – Wandergruppen, wenn ich auf der Insel bin. Und wann immer es jemanden von Euch auf diese wunderschöne Insel verschlägt: Meldet euch hier bei mir, ich helfe Euch gern mit Rat und Tat weiter (auch wg. Unterkunft, Mietwagen, Wandern etc…)
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Update 201 5: Die Zeit bleibt nicht stehen, alles entwickelt sich: Mein “Töchterchen” hat inzwischen ein Studium am Trinity College in Irland abgeschlossen; die “Ziehkinder” stehen im Beruf und haben längst selber Kinder.
Und ich lebe mit meiner Lebensgefährtin Phet - einer lustigen thailändischen Reiseleiterin - so oft es geht entweder auf La Palma (im Sommer) oder in Bangkok (im Winter), wo wir unsere Gruppen und Expeditionen vorbereiten, die uns folgerichtig neben Süd- und Zentralamerika sowie Karibik inzwischen auch nach Südostasien und bis in die Südsee führen. Jeder Tag prallvoll mit filmreifen Szenen - und da ich noch Programmideen für mindestens 200 Jahre habe, wollen wir demnächst auch Afrika erkunden.. :)
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Update 2026: “Hartnäckig weiter fließt die Zeit - die Zukunft wird Vergangenheit” (Wilhelm Busch) - inzwischen haben wir auch viele afrikanische Ziele erfolgreich hinter uns gebracht.
Phet und ich sind längst verheiratet und haben 2020 Covid in Thailand ausgesessen - wo man mit einem nur zwei Wochen längeren anfänglichen Lockdown das Land dauerhaft coronafrei bekam und wir daher im Land unbehelligt reisen und an den schönsten Stränden ganz ohne Massentourismus leben konnten.
2021 erlebten wir den Vulkanausbruch auf La Palma mit, der mehrere Dörfer verschlang und der längste Ausbruch in historisch belegter Zeit auf der Insel war. Unsere Finca lag zwar glücklicherweise weit genug weg, aber vom vielen Asche-vom-Dach-Schippen war dieses so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass wir es danach neu aufsetzen mussten.
Töchterchen Thabi hat mich bereits zwei Mal zum Oppa und damit auch “Yai Phet” (Oma Phet) sehr glücklich gemacht. Sie kommt uns mit Mann und Enkelchen regelmäßig auf La Palma besuchen - ebenso wie ihre Halbschwester Emilia, mein jüngeres Töchterchen, die nun aber auch schon erwachsen und in guten Händen ist.
Ich gehe derweil auf die 70 zu - und obwohl Phet und ich noch immer viel Spaß mit der Organisation und Durchführung der Reisegruppen haben, denken wir realistischerweise doch mittelfristig ans Aufhören. Aber noch ist es nicht soweit: Gerade haben wir eine neue Tour im hintersten Thailand ausgeguckt und bieten nun diese Reise ins einst berüchtigte “Goldene Dreieck” unserem verbliebenen (und ebenfalls “gut gealterten”) treuen Freundeskreis für das nächste Jahr quasi als Abschlussreise (?) an.
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